Kategorie: world wide web

Der überwachte Mensch zensiert sich selbst

Der Hacker-Kongress des Chaos Computer Club diskutiert über „Social Cooling“: Wie wir unser Leben angesichts drohender Totalüberwachung einschränken.

Von Jannis Brühl und Hakan Tanriverdi, Leipzig

Die brave Bürgerin aus den USA beschlich das Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben. Sie hatte sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kritisch über das Finanzamt geäußert. Aber – werten die Finanzbeamten öffentliche Daten aus? Und entscheiden dann, wen sie einer Steuerprüfung unterziehen? Sicherheitshalber löschte sie ihren Beitrag.

Der niederländische Datenschutz-Aktivist Tijmen Schep erzählte die Anekdote auf der Bühne des 34. Jahreskongresses des Chaos Computer Club (CCC) in Leipzig. Auf dem größten Hackertreffen Europas waren solche Formen der Selbstzensur, die Schep „Social Cooling“ nennt, ein wiederkehrendes Thema. Die großen Datensammlungen und die Möglichkeiten, sie algorithmisch auszuwerten, beeinflussen das Verhalten der gesamten Gesellschaft.

Das Bewusstsein, dass die Datenpools der sozialen Medien, Verkaufsportale und Überwachungsinstrumente der Behörden Auswirkungen aufs eigene Leben haben könnten, legt sich wie digitaler Raureif über die Gesellschaften. Dieser soziale Druck führt im Big-Data-Zeitalter sowohl zur Selbstzensur, als auch zu einer verminderten Risikobereitschaft.

Schep sieht „Social Cooling“ als direkte Auswirkung des Geschäftsmodells der Überwachung. Gedanken werden nicht mehr in Handlungen umgesetzt, sondern tiefgefroren, sagte er: „Ich könnte darauf klicken, aber es könnte nicht gut aussehen. Jemand, der mich überwacht, könnte es sehen, deshalb zögere ich.“ Er nannte als messbares Beispiel, dass Wikipedia-Nutzer nach den Snowden-Enthüllungen den Eintrag zu „Terrorismus“ seltener aufriefen – ein Überwacher hätte ja falsche Schlüsse ziehen können.

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Alexa, was bringt die Zukunft?

Von Walter Gröbchen

 
  • Maschinenraum
  • Es soll Menschen geben, die es nicht „smart“, sondern eher beängstigend finden, mit künstlich intelligenten Assistenten zu parlieren.

Ich mag Ihnen als alter, konservativer Zausel erscheinen – aber bislang sind mir Alexa & Co., die neuen Spielgefährtinnen technikbegeisterter Buben jedes Alters, nichts ins Haus gekommen. Eigentlich absurd: Denn gerade als einschlägig interessierter Journalist hätte ich unter den Ersten zu sein, die sich mit leuchtenden Augen den zunehmend in Mode kommenden digitalen Sprachassistenten zuwenden. Eventuell liegen sie demnächst auch bei Ihnen unterm Weihnachtsbaum – in Form harmlos aussehender Drahtlos-Lautsprecher. Die Kinder werden begeistert sein.

Nun, ich gestehe: Schon auf meinem iPhone habe ich Siri nicht aktiviert – jenes mit künstlicher Intelligenz ausgestattete, sprachbegabte Geisterwesen, das einem jeden Wunsch von den Lippen abliest. Sprichwörtlich. Denn man kann sich mit Siri und ihren dem Handy entwachsenen Artgenossinnen und Genossen unterhalten wie mit einem Menschen. Fast. Sofern man bei gängigen Themen wie dem Wetter oder dem Busfahrplan bleibt. Und keine politische Debatte anstimmt. Dennoch: Die nach Humanoiden müffelnden Tischnachbarn im Wirtshaus wirken vergleichsweise wortkarg. Die künstlichen Stimmen dagegen plappern auf Zuruf verlässlich und immerzu frischfröhlich los.

Synchronisieren von Firefox mit Nextcloud

Mittels dem eingebauten Sync-Feature in Firefox lassen sich bequem alle Daten mit seiner Nextcloud geräteübergreifend synchronisieren.
  • Add-ons
  • Lesezeichen
  • Passwörter
  • Einstellungen
  • Chronik
  • Tabs

Dazu wechselt man zu Einstellungen > Sync und wählt Firefox-Sync einrichten

  • im erscheinenden Dialog Ich habe ein Benutzerkonto wählen, danach Ich habe das Gerät nicht bei mir
  • nun ausfüllen:
    • Benutzerkonto (siehe Nextcloud > Persönlich > Mozilla Sync > Email)
    • Passwort (des Nextcloud-Accounts)
    • Server: Eigenen Server verwenden…
    • URL eingeben (siehe Nextcloud > Persönlich > Mozilla Sync)
    • Wiederherstellungs-Schlüssel
    • beim Button „Sync-Einstellungen“ wählen, was und wie synchronisiert werden soll

 

Workaround für Firefox 29 und größer

Da Mozilla seit Version 29 keinen eigenen Sync-Server mehr zulässt, sondern möchte dass man den Mozilla-Sync-Server benutzt (worfür sie berechtigter weise viel Kritik einstecken mussten) muss man folgenden Workaround durchführen:

  • die ownCloud-App „Mozilla Sync“ muss mind. in der Version 1.4 installiert sein
  • in Firefox about:config in der Adressleiste eingeben und Hinweis bestätigen
  • den String services.sync.tokenServerURI suchen und als Wert die URL eingeben (siehe ownCloud > Persönlich > Mozilla-Sync). Falls nicht vorhanden, mittels rechter Maustaste zufügen
  • den String services.sync.username suchen und als Wert irgendetwas ohne Klammeraffe eingeben (zB xxx). Falls nicht vorhanden, mittels rechter Maustaste zufügen
  • direkt zu Einstellungen > Sync wechseln und Firefox-Sync einrichten auswählen

    Quelle: https://blog.virtualweb.at/synchronisieren-von-firefox-mit-nextcloud-lesezeichen-passwoerter

Unitymedia darf Kunden-Hotspots nicht automatisch aktivieren

Unitymedia darf Kunden-Hotspots nicht automatisch aktivieren

Die Verbraucherzentrale NRW hat sich vor Gericht gegen Unitymedia durchgesetzt.
Die Verbraucherzentrale NRW hat sich vor Gericht gegen Unitymedia durchgesetzt. (Bild: Unitymedia)

Niederlage für Unitymedia: Im Streit über die automatische Aktivierung von WLAN-Hotspots auf Mietroutern hat ein Gericht sich auf die Seite der Verbraucherschützer gestellt.

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia darf auf den WLAN-Routern seiner Kunden nicht eigenmächtig einen Hotspot für andere Kunden aktivieren. Eine Freischaltung sei nicht zulässig, wenn der Verbraucher sein Einverständnis nicht ausdrücklich erklärt habe, urteilte das Landgericht Köln und gab damit der Verbraucherzentrale NRW in einem Rechtsstreit über die automatische Aktivierung von WLAN-Hotspots recht. Die Entscheidung hatte das Gericht bereits Anfang Mai gefällt, sie war aber erst am Donnerstag bekanntgeworden (AZ 31 O 227/16). Die Verbraucherzentrale sprach in ihrer Pressemitteilung von einem wegweisenden Signal für die Branche.

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia kommentierte das Urteil nicht. Es sei noch nicht rechtskräftig, derzeit werde das weitere Vorgehen geprüft, hieß es in einer Stellungnahme. Unitymedia ist in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv und gehört mit Vodafone zu den zwei führenden Kabelnetzbetreibern in Deutschland.

Abmahnung reichte nicht aus

Unitymedia hatte im Mai 2016 seinen Kunden mitgeteilt, auf deren WLAN-Routern automatisch ein separates WLAN-Signal freizuschalten. Falls der Kunde nicht innerhalb von vier Wochen widerspreche, sollten für ihn dann bestimmte Pflichten gelten. Die Verbraucherschützer hatten daraufhin den Kabelnetzbetreiber abgemahnt. Ihrer Meinung nach wird ohne eine ausdrückliche Zustimmung zur Hotspot-Aktivierung ein bestehendes Vertragsverhältnis von Unitymedia unzulässig erweitert.

Das Unternehmen hatte zwar anschließend versprochen, die Geschäftsbedingungen zu ändern. In einem Punkt war Unitymedia aber hart geblieben und hatte mitgeteilt: „Aus unserer Sicht ist die Freischaltung einer zweiten SSID ohne ausdrückliche Zustimmung unserer Kunden rechtlich möglich.“ Daraufhin hatte die Verbraucherzentrale NRW Klage eingereicht.

„Bei der zunehmenden Vernetzung des Alltags dürfen nicht Firmen, sondern sollten die Nutzer bestimmen, wie Geräte und Zugänge zu Hause agieren“, sagte Wolfgang Schuldzinski vom Vorstand der NRW-Verbraucherzentralen.

(https://www.golem.de/news/gerichtsurteil-unitymedia-darf-kunden-hotspots-nicht-selbst-aktivieren-1706-128279.html?xing_share=news)

Terminreservierung in Google Kalender

Der Google Kalender ist um eine Funktion erweitert worden. Anwender können nun definieren, wann sie Zeit für Termine haben. So gelingt es ihren Kollegen und Freunden leichter, ein gemeinsames Datum und eine Uhrzeit zu finden.

Die sogenannten Appointment Slots im Google Kalender kann der Anwender frei definieren. Entweder gibt er den gewählten Zeitblock komplett frei oder unterteilt ihn zum Beispiel in mehrere Abschnitte. Wie groß die einzelnen Terminblöcke sein sollen, gibt der Anwender selbst vor.

Quelle: golem.de