Kategorie: lyric

LESELISTE 2017 – DIE TIPPS DER CHEFREDAKTEUR_INNEN

LESELISTE 2017 – DIE TIPPS DER CHEFREDAKTEUR_INNEN

Ich habe mir zum Jahresabschluss eine hübsche Idee eines New York Times-Kolumnisten ausgeborgt. Er hat die Redaktionsleiter wichtiger US-Medien gefragt, welche Geschichte aus ihrem Medium man zum Jahresende nochmal lesen sollte. Entstanden ist so eine wirklich interessante Liste – siehe unten.

Aber es ist natürlich eine US-amerikanische Sammlung.
Deshalb habe ich diese Woche die ChefredakteurInnen von österreichischenTageszeitungen und Magazinen um die Geschichten aus ihren Medien gebeten, die man „dieses Jahr gelesen haben sollte“.

Die einzigen Bedingungen waren: Pro Zeitung nur ein Text und alle Artikel sollten im Netz frei zugänglich sein. Und das ist das Ergebnis (chronologisch nach Erscheinen gereiht):

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Verena Rossbacher: Geniekult kotzt mich an

Mit ihrem Debütroman „Verlangen nach Drachen“ ist Verena Rossbacher ein guter Start in den Literaturbetrieb gelungen. Im Gespräch erzählt sie von den kleinen Kämpfen unter Schriftstellern.

Ein „Sehr gut“ hat Verena Roßbacher auf ihren Roman bekommen. Wie jetzt? Das ist ja kein Schulaufsatz, möchte man denken. Das nicht. Aber eine Diplomarbeit. Denn Verena Roßbacher hat mit „Verlangen nach Drachen“ ihr Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig abgeschlossen. Das ist eine Art „Kunsthochschule“ für Schreiben, an der auch der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger lehrt und die Jungstars wie Juli Zeh oder Saša Staniši´c hervorgebracht hat. Aber die ausgezeichnete Benotung heißt im Literaturbetrieb noch gar nichts. Mehr bringt es schon, wenn man allgemein als neue literarische Entdeckung gefeiert wird. Und das beginnt bei Verena Roßbacher gerade. Ihr Roman über eine Reihe reichlich ausgefallener Männerfiguren ist eben erschienen.

via Verena Rossbacher: Geniekult kotzt mich an « DiePresse.com.

Feuchtgebiete Für Alle! Literaturkritik Für Alle!

Wir müssen reden. Und zwar darüber, wie aktuell über Literatur geredet wird.

Feuchtgebiete ist derzeit nicht nur Nummer 1 der Bestsellerliste, sondern auch bei Google der Suchbegriff Nummer 1, mit dem die Leute auf das Literatur-Café stoßen. Die Kommentare zu einer Kritik des Debutromans von Charlotte Roche sind zahlreich.

Wörter wie »Ekel« und »widerlich« beherrschen die Diskussion. Und natürlich nicht nur im Literatur-Café, sondern auch in anderen Medien. Ich habe Leute in meinem Bekanntenkreis, von denen ich nicht einmal geglaubt habe, dass sie wissen, dass es Fachgeschäfte für Bücher gibt. Doch selbst die haben sich »Feuchtgebiete« gekauft. Natürlich nur, um das Buch nach wenigen Seiten angeekelt und angewidert wegzulegen und hinterher immer und überall zu erzählen, dass man es nicht verstehe, dass derzeit immer und überall über dieses widerliche Machwerk geredet werde. »Literatur«, so hört man es laut und deutlich, »Literatur sei so was ja wohl nicht.«

Und plötzlich werden an den viel zitierten Stammtischen dieselben Fragen erörtert wie in den Feuilletons.

Ist das nicht großartig!

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Jesus liebt mich

Marie hat als Braut versagt: Sie hat ihre Hochzeit platzen, den Bräutigam einfach am Altar stehen lassen. Mit der Kirche und dem Glauben hat es Marie sowieso nicht so. Doch dann lernt sie Joshua kennen, einen Zimmermann, der den Dachstuhl ihres Hauses reparieren soll. Marie verliebt sich in Joshua, der sexy ist und beim Karaoke fromme Psalme singt. Denn Joshua ist Jesus! Er ist wegen des Jüngsten Gerichts zur Erde zurückgekehrt, um die Menschheit zum zweiten Mal vor dem Bösen zu retten. Draußen am See wartet auch schon der Konkurrent Satan auf der Parkbank und der sieht aus wie George Clooney.

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Nachdem sich sein Roman „Mieses Karma“ über eine halbe Million Mal verkauft hat, schlägt der Autor David Safier mit einer neuen skurrilen Geschichte zu. Als Drehbuchautor hat er schon TV-Hits wie „Berlin, Berlin“ geschrieben. Er wurde mit dem Grimme Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Emmy ausgezeichnet. Mit seinem zweiten Bestseller „Jesus liebt mich“ kommt David Safier zur Radiolesung – am 06. März ab 23 Uhr in 1LIVE Klubbing.

Fremdes Territorium

„Nun war Igor weg. Er hinterließ eine Kiste leerer Arznei-Spiritusflaschen. Erst drei Stunden zuvor hatten wir sie in einen riesigen Plastikbehälter umgefüllt. Es war guter Spiritus, er hilft in der kalten Tundra. Sie werden ihn austrinken, im Zug bevor sie überhaupt angekommen sind. Das ist völlig klar.“ Irina sitzt allein in der Wohnung ihres Geliebten, belebt „Fremdes Territorium“ und bechert aus Frust ebenfalls eine Menge Alkohol. „Ein arbeitsloses, trunksüchtiges Ding von fast 25 Jahren“, ist sie. Irina feiert gegen die Einsamkeit, mit Striptänzerin Dana, Lyrik- und Wodkasammler Rubin und dem Klopaper klauenden Iwanow eine Sommer-Dauerparty. Igors Wohnung wird zum Waffen- und Drogenlager. Iwanow befestigt seine Hängematte in der Küche. Kumpan Gleb nächtigt „gewöhnlich im Wohnzimmer oder im Badezimmer auf dem Fußboden. Je nachdem, wo er gerade umfällt.“ Irina Tabunowa, die bereits mit ihrem hinreissenden Debüt „Erwachsenenwelt“ begeisterte (einer Telefonsexgeschichte), legt mit „Fremdes Territorium“ ein schnelles, verrücktes, sonniges Buch vor.

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Quelle: einslive.de