Monat: November 2009

Kultur 2.0

von 404 (robert scharfenberg)

Wo man mitmacht und kaum zahlt
Der Kiez rund die Hamburger Reeperbahn ist das kulturelle, nostalgische, verruchte, verkommene, krasse Zentrum dieser wundervollen Stadt an der Elbe. Hier ist immer was los. Hundertausende bewegen sich in den Nächten an den Wochenenden über die sündigen Meilen und wollen was erleben. Dafür aber brauchen sie Geld, relativ viel Geld. Die ganzen Veranstaltungen, die Clubs und Bars, Musicals, Theater, Bühnen, Kneipen, Dönerbuden, Restaurants, Kioske, Klamottenläden, Spielhöllen, Sex-Shops … alle wollen sich ihr gutes Auskommen verdienen, alle haben ihre stolzen Preise, die Besitzer, Servicekräfte, Kellner und Künstler.

Wenn man dann nachts mit diesen Menschenmassen zieht, stellt man fest: Holla, die sind ja alle betrunken oder mit sonst welchen Drogen zu, dann fragt man sich unwillkürlich, wie verdammt kostspielig so ein modernes Großstadtabenteuer sein muss. Doch man leistet sich das gern. Diese Abenteuer bestehen zumeist aus konsumieren, man ist eher passiv – und betrunken. Man trifft Menschen, beobachtet sie, bewundert die Künstler, oder die verwegenen Helden der Party- und Subkultur und bleibt im Grunde nur ein kleiner Konsument, der teuer zahlt für diese Event-Kultur. Aber muss das alles so sein?
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