Monat: Juni 2006

Jobabsagen wegen Online-Profil

Freizügige Einträge in Internet- Communities wie MySpace und Facebook werden vielen Bewerbern in den USA zum Verhängnis.

(Washington, 13.06.2006) Persönliche Einträge in Internetcommunities können häufig der Arbeitssuche schaden. In den USA kontrollieren Personalabteilungen, neben Namens-Checks über Google und Yahoo-Suche, auch häufig Social Networking Seiten. Besonders viele junge Jobbewerber benutzen Facebook, MySpace, Xanga oder Friendster, welche Arbeitnehmer durchsuchen, wie in den New York Times berichtet.

Dies kann zu Absagen führen, wenn junge Kandidaten zu freizügig über persönliche Vorlieben, wie beispielsweise das Rauchen von Joints, schreiben. Die Seiten Facebook und MySpace, welche seit erst zwei Jahren online sind, haben bereits Millionen von Teilnehmern angezogen, welche diese ausschließlich persönlich nutzen wollen. Autobiographische Einträge sind hier selten ernstzunehmen – was jedoch Firmen häufig zu übersehen scheinen. Der Zugang von Unternehmen zu diesen eigentlich college-internen Seiten ist nur über Mithilfe möglich. Beispielsweise sollen neu eingestellte Absolventen oder Praktikanten gefragt werden, sich auf die College-Blog-Webseiten einzuloggen, um über Jobkandidaten zu recherchieren.

Kontrolle
Unternehmen zufolge sollten sich Bewerber jedoch gründlich überlegen, wie sie sich online in Network-Communities quasi der Öffentlichkeit zeigen. Freizügige Fotos und Beschreibungen von persönlichen Erlebnissen, oder Vorstellungen, beispielsweise über Alkohol- und Drogenkonsum, würden bei der Arbeitssuche sicherlich Folgen nach sich ziehen.

Eine Großzahl von Firmen sehe inzwischen die Überprüfung von Bewerbern durch Community-Einträge als gängig an. So meinte Warren Ashton von Microsoft, dass die Recherche über Studenten und Absolventen, welche sich bewerben würden, dadurch einfach sei. Es stünden Informationen zu fast jedem Bewerber offen.

Junge Bewerber würden oftmals nicht realisieren, dass jeder Zugang zu ihren Einträgen hätte, wie Mark W. Smith, stellvertretender Vizekanzler der Washington University, erläutert. Ihre Vorstellung von einer Privatsphäre online müsste sich daher ändern.

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